Schuldknechtschaft bei Apple-Zulieferer Flextronics

Der Elektronikauftragshersteller Flextronics beschäftigt 150.000 ArbeiterInnen in 30 Ländern und beliefert neben Apple auch Firmen wie Ford und Lockheed. Eine Flextronics-Fabrik liegt in Malaysia und beschäftigt u.a. ArbeiterInnen aus Nepal, Vietnam und Indonesien. Ein Arbeiter aus Nepal musste 1.000 US-Dollar an mehrere Arbeitsvermittler zahlen, damit er einen Job in der Flextronics-Fabrik bekommt. Da er nicht so viel Geld hatte, unterschrieb er Schuldscheine. Bei Flextronics in Malaysia wurde er in der Produktion von Kameras für iPhones eingesetzt, arbeitete 12-Stunden täglich und verdiente 178 US-Dollar im Monat. Nachdem die Produktion wegen Qualitätsmängeln eingestellt worden war, durfte er Malaysia wochenlang nicht verlassen, weil er die Schulden nicht begleichen konnte. Erst als er und andere Arbeiter aus Nepal kein Geld mehr hatten und hungerten, wurden sie nach Nepal zurückgebracht. Die Schulden müssen sie weiter abstottern, obwohl sie den Job gar nicht mehr haben. Dafür müssen sie zum Teil gar neue Schulden aufnehmen. Andere Arbeiter aus Nepal hatten sogar Land verkauft, um sich den Job bei Flextronics in Malaysia zu „kaufen“, und haben nun Probleme, über die Runden zu kommen. Apple und Flextronics zeigen sich betroffen vom Schicksal der Arbeiter aus Nepal und faseln von einer Untersuchung der Fälle von Schuldknechtschaft. Die übliche Reaktion dieser Unternehmen. So wird sich nichts ändern.
An iPhone Tester Caught in Apple’s Supply Chain (Englisch)